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Ich brauche doch keine Ahnentafel für meinen Hund

Ich brauche doch keine Papiere für meinen Hund.

 

Wieso soll ich für einen Ridgeback fast 2000 Euro ausgeben, wenn ich doch einen Ridgeback für 800 Euro bekommen kann?
 
 
 
" Ich brauche doch keine Ahnentafel".
" Es soll doch nur ein Familienhund werden."
" Ich möchte weder auf Ausstellungen gehen, noch habe ich irgendwelche Zuchtambitionen".
 
Diese Sätze lese ich immer wieder. Deswegen möchte ich Ihnen auf einfache Art und Weise erklären, wieso es wichtig ist, dass ihr zukünftiges Familienmitglied eine Ahnentafeln haben sollte.

Da ist Familie X, die doch so eine nette und gesunde Hündin hat. So gerne möchte man einen Nachkommen von der eigenen Hündin haben. Im Dorf nebenan hat man schon vor einiger Zeit einen netten Ridgeback Rüden getroffen.
Man wird sich einig und die Hündin wird vom Nachbarrüden gedeckt. Oder man hat sogar Zuhause selbst den potentiellen Vater der Welpen.
In der Anzeige steht ein liebevoller Text. Die Welpen werden im Haus groß gezogen und lernen viele Dinge des Alltags kennen. Hört bzw liest sich doch erstmal ganz gut.

Nun ist aber die Hündin der Familie X zufällig Trägerin von der juvelinen myoklonischen Epilepsie kurz JME gesprochen.
Eine beim Rhodesian Ridgeback erblich bedingte Form der Epilepsie.
Dummerweise ist nun der Rüde aus dem Nachbardorf auch Träger von JME.
Beide Hunde selber sind aber kerngesund, wie in der Anzeige geschrieben. Diese Aussage ist, was nun diese furchtbare Erkrankung JME betriftt, auch richtig. Nur hat man eines dabei vergessen!
Verpaare ich nun Träger mal Träger bekomme ich kranke Welpen. JME affected !
Das bedeutet diese Welpen werden an der Juvelinen Myoklonischen Epilepsie kurz JME erkranken.
Genauso verhält es sich mit anderen Erkrankungen wie zum Beispiel der degenerativen Myelopathie kurz DM genannt. 
Bei der degenerativen Myelopathie handelt es sich um ein langsam fortschreitendes Absterbens der langen Rückenmarksbahnen bei großen Hunden.
 
Dann kann man vom Glück sagen, wenn die Elterntiere noch Ahnentafeln haben.
Läuft es nämlich ganz dumm und ein Elternteil hat keine Ahnentafeln, verpaare
ich vielleicht noch Schwester und Bruder, Schwester und Halbbruder oder ähnliche
Verwandschaftsverhältnisse. Bei der sogenannten Inzucht ist die Gefahr noch größer
das sich gleiche, krankmachende Gene treffen und zu weiteren Erkrankungen führen.
Deswegen brauche ich Ahnentafeln und genetische Untersuchungen. Auch wenn der
Hund "nur" ein Familienhund werden soll.
Die ganzen Untersuchungen wie HD/ED/OCD röntgen, ÜSGW, genetische Untersuchungen wie DM, JME, Hämophilie und ein DNA Profil erstellen lassen, kosten Geld.
Ein DNA Profil sichert Ihnen auch zu, dass die Mutter der Welpen auch wirklich die Mutter ist und vor allem der Vater auch der Vater ist. Es wäre nicht das 1.Mal, dass eine Hündin von einem zweiten Rüden "nachgedeckt" wird. Viele wissen vielleicht auch gar nicht, dass eine Hündin durchaus von verschiedenen Rüden Welpen bekommen kann in einem Wurf.
Desweiteren werden bei den papierlosen Würfen, die Elterntiere sicherlich nicht auf Herzgesundheit untersucht. Sicherlich noch kein Riesenproblem bei den Ridgebacks aber leider ist die DCM  im Vormarsch.
Achten Sie hier auch unbedingt darauf, daß beide Elternteile eine Herzultraschalluntersuchung vorweisen können. 
All diese ganzen Untersuchungen, die Zuchtzulassungsprüfung, das Ausstellen auf mehreren Ausstellungen kosten viel Geld. Aber all das brauche ich, um in einem Verein eine Zuchterlaubnis für meine Hündin oder Rüden zu bekommen.
Deswegen kann ein verantwortungsvoller Züchter auch die Welpen nicht für 800 Euro
verkaufen.
Mit jedem Billigkauf unterstützen Sie unter Umständen, daß kranke Welpen in die Welt gesetzt werden.
Aus großer Liebe zu dieser wunderbaren Rasse, bitte ich Sie nicht am falschen Ende zu sparen und einen Welpenkauf gut zu überdenken.