Qualitätskriterien der deutschen Rhodesian Ridgeback Zucht

Die Qualitätskriterien der deutschen Rhodesian Ridgeback Zucht


Da haben wir den größten Verband den "Verband für das deutsche Hundewesen" kurz auch VDH genannt.
Wirbt gerne damit, dass die Papiere weltweit anerkannt werden, was auch so richtig ist.
Suchen Sie also mit ihrem zukünftigen Ridgeback den internationalen Vergleich so sollten Sie genau hier aufhören zu lesen.
Suchen Sie allerdings in erster Linie einen Familienhund und treuen Begleiter, so sollten Sie weiter dem Text folgen.
Der VDH als Qualitätsmerkmal. Suggeriert mir als Käufer ein Gütesiegel. Vielleicht zu vergleichen mit einem TÜV für Autos ?  So lese ich auf einer Homepage Seite eines VDH Züchters folgenden Text : " ... und stellen ein Qualitätsmerkmal dar. "
Qualität für was ? Für einen anatomisch korrekten Hund ? So heißt es auf gleicher Homepage zum Schluss des Textes, dass auch hier der Züchter keine Garantie für die Gesundheit des Hundes gewähren kann. Auch kann er nicht gewähren, das der Hund keine genetische Prädisposition zu bestimmten Krankheiten aufweist.


Der VDH als Qualitätsmerkmal ? 


So möchte ich doch an dieser Stelle des Textes auf die Zucht des Deutschen Schäferhundes mit ihren HD Problemen hinweisen. Schauen Sie sich mal Bilder vom Deutschen Schäferhund vor 20 Jahren an und die heutige Zucht. An diesen Bildern können Sie schon als Laie erkennen was da falsch gelaufen ist. Es geht weiter mit den Dobermännern und der DCM. Die Dilatative Kardiomyopathie kurz DCM genannt. Eine erbliche Herzerkrankung.
Dazu einen Auszug von " Die Herzkrankheit DCM beim Dobermann " von Ruth Stolewski.
So schreibt diese : " Ungeachtet all dieser Fakten und des Leids zahlloser Hunde und ihrer Halter wird die DCM vom standardführenden Dobermann Verein e.V. (DV), der dem Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) angegliedert ist, ignoriert.
Eine kurzzeitige Herzultraschallpflicht für Hunde von 2006 - 2008 wurde frühzeitig abgebrochen entgegen der Empfehlungen von Dr. Wess und Dr. Kresken, dem Leiter des Collegium-Cardiologicum ( Dachverband deutscher Tierkardiologen). Zwei weitere Studien wurden seitdem angekündigt aber entweder nie veröffentlicht oder nie begonnen.
Auch der VDH, dessen Zuchtordnung eigentlich klar formuliert ist, dass " Rassehundezuchtvereine, in deren Zuchtbestand erbliche, angeborene oder erworbene Herzerkrankungen oder auftretende Herzveränderungen vorkommen, die zuchthygienische Maßnahmen erfordern, (...) zur Erstellung eines verbindlichen Untersuchungs-und Bekämpfungsprogramms verpflichtet" sind, ist bisher seiner Verpflichtung als " Der Beste Freund des Hundes" ( laut Eigenwerbung ) nicht nachgekommen. "


Dann haben wir da noch die Kurzköpfigen wie zum Beispiel die Französische Bulldogge oder der Mops. Beides sehr beliebte Hunderassen in Deutschland. Das schnarchende Dauergeräusch wird meistens noch als lustig empfunden. Dabei leiden diese Hunde unter ständiger Atemnot, da ihre Atemwege chronisch verengt sind. Vom Menschen verformt.
Dazu ein kleiner Auszug aus einem Interview : Daniela Antoni und Prof. Dr. Irene Sommerfeld-Stur.
"In Dissidenzvereinen ist Kreuzungszucht möglich, die eine Bereicherung für die genetische Vielfalt darstellt. Bei Möpsen z.B. konnte mit der Einkreuzung von Parson Russel Terriern eine Verlängerung des Gesichtschädels erzielt werden und so eine Verbesserung des Atemnotproblems erreicht werden. Dies ist unter dem VDH nicht möglich." ( Hundebloghaus, Qualzucht - Prof. Dr. Irene Sommerfeld-Stur im Exklusivinterview, 4.Februar 2007 )


VDH ein Gütesiegel ? Diese Frage sollten Sie sich selbst beantworten.


Nun kommen wir aber wieder zu den Rhodesian Ridgebacks. So möchte ich einen Vergleich ziehen zwischen der Zuchtordnung des größten Ridgebackvereins des VDH´s und einem kleinen, neu gegründeten Rhodesian Ridgeback Verein in der sogenannten " Dissidenz ".
Der Einfachheit halber habe ich dazu eine Tabelle angefertigt.

1  Anmerkung zum Wesenstest


a.) Dazu ein Auszug aus dem Buch von Wolfgang Blumberg " Chikadzi *Mutter aller Mütter*
Wolfgang Blumberg Die Geschichte der Shangani Ridgebacks
" Ashanti absolvierte zwar alle Prüfungen mit Bravour, bei der sogenannten "Vereinsamungsübung", die unter Ausschluß des Vorführers stattfindet, bescheinigte man ihm aber eine nicht zu akzeptierende Wesensschwäche. Ashanti wurde nicht zur Zucht zugelassen. Mein Chauffeur berichtete, sprach von offensichtlicher Willkür. Wir waren zornig. Langsam begann ich nun zu verstehen, wie "menschlich",mit all seinen negativen Attributen, es doch auch bei den "Hundeleuten" zuging. Neid, Intoleranz und Machtmißbrauch waren bei einigen Funktionsträgern zu erkennen und das alles unter der üblichen Vereinspräambel " Zum Wohle und zur Erhaltung der Rasse Rhodesian RIdgeback". Die Ashanti unter Zeugenauschluss bescheinigte Wesensschwäche war wohl eher der Charakterzug seiner Beurteiler."


b.) Quelle :
http://sommerfeld-stur.at/rassespezifische-zuchtstrategien/
Irene Sommerfeld-Stur
Bemerkungen zur Hundezucht
Rassespezifische Zuchtstrategien
Thema: Erbfehler und ihre Bekämpfung
"Für den Wesenstest ist zu bedenken, dass negative Ergebnisse dieses Tests nicht notwendigerweise eine Aussage über ein genetisches Problem geben. Wesensmerkmale haben grundsätzlich eine niedrige Heritabilität, die Methodik von Wesenstests ist in den meisten Fällen noch zu wenig validiert, Aussagen über Wiederholbarkeit, Sensitivität und Spezifität stehen nur in unzureichendem Maß zur Verfügung. Bei einem sonst hervorragenden Hund, der im Wesenstest ein schlechtes Ergebnis liefert sollte der Wesenstest zumindest wiederholt werden oder eine individuelle Beurteilung durch einen darauf spezialisierten Verhaltensmediziner vorgenommen werden."


c.) Quelle:
https://www.canis-symposia.de/referenten/irene-sommerfeld-stur.html
Fragen an unsere Hundeexpertin Dr. Irene Sommerfeld-Stur
Thema: Einführung eines "Wesenstest"
Auszug :
"Zu allen drei Kriterien gibt es eine Reihe von wissenschaftlichen Studien, die im Großen und Ganzen zu dem Ergebnis kommen, dass, mit wenigen Ausnahmen, die verfügbaren Wesenstest weder in Bezug auf die Wiederholbarkeit noch in Bezug auf die Validität und die Heritabilität den Anforderungen eines diagnostischen Verfahrens im Rahmen züchterischer Selektionsmaßnahmen entsprechen.
Ich sehe also den Einsatz von Wesenstest im Rahmen der Selektion durchaus kritisch, zumal nicht nur der Einsatz fälschlicherweise als nicht aggressiv bewerteter Hunde zu einer unerwünschten Weitergabe von aggressionsassoziierten Genen führen kann. Auch der Zuchtausschluss fälschlicherweise als aggressiv bewertetet Hunde schadet der Population, weil damit Gene dieser Hunde der Population unnötigerweise verloren gehen und zu dem in der Rassehundehundezucht ohnehin schon übermäßig großen Problems des Verlustes an genetischer Vielfalt beitragen.
Eine mehr oder weniger automatische Selektion gegen Problemverhalten bietet m.E. die ganz normale Ausstellung. Abgesehen davon, dass in den Ausstellungsordnungen üblicherweise angegeben ist, dass Hunde, die sich im Ring aggressiv bzw. ängstlich verhalten, disqualifiziert werden, bietet die Situation bei der Formwertbewertung eine relativ standardisierte Umweltprovokation. Wenn ein Hund einerseits den Trubel während einer Ausstellung ohne einen Nervenzusammenbruch übersteht und anderseits die bedrohliche Situation bei der Gebisskontrolle (ein ihm fremder Mensch beugt sich über ihn, greift über den Fang und starrt in auf kurze Distanz an) akzeptiert ohne den Richter zu beißen, dann kann er schon mal nicht ganz „daneben“ sein. Allerding stellt sich auch hier wieder die Frage nach der Heritabilität des „Ausstellungsverhaltens“. Denn abgesehen davon, dass gutes Ausstellungbenehmen auch trainiert werden kann, bietet die moderne Veterinärmedizin einiges an Psychopharmaka, die auch einem nervösen und oder aggressiven Hund ermöglichen, erfolgreich an einer Ausstellung teilzunehmen."


2 Wurfabnahme absolut identisch.


Sehen wir uns nun nochmal die Tabelle an... Da stellt sich doch nun wirklich die Frage wieso die Zucht in den Dissidenzvereinen immer so schlecht gemacht wird. Es wird Zeit miteinander zu arbeiten und nicht gegeneinander. Qualität ist nicht an einem Verein festzumachen sondern an jedem einzelnen Züchter.